Warum der U-Space-Luftraum eingerichtet werden sollte

U-Space steht für den nächsten großen Fortschritt in der Drohnenbranche. Sie wird es Drohnenbetreibern ermöglichen, eine große Anzahl von BVLOS-Operationen (Beyond Visual Line of Sight) in komplexen Umgebungen durchzuführen, z. B. über Städten und im kontrollierten Luftraum. Im Jahr 2022 veröffentlichte die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) den europäischen Rechtsrahmen für U-Space, der am 26. Januar 2023 in Kraft treten wird. Für lokale Behörden, Gemeinden, Provinzen, Mitgliedsstaaten und alle anderen relevanten Stellen, die vom U-Space-Luftraum profitieren können, ist es wichtig, die Gründe für die Einrichtung des U-Space-Luftraums zu verstehen.

Das U-Space-Konzept

Ab 2023 haben die Mitgliedstaaten die Möglichkeit, den U-Space-Luftraum auf bestimmte Bereiche des bestehenden Luftraums auszudehnen. Im U-Space-Luftraum wird der Verkehr von einem U-Space-Dienstleister kontrolliert, während das traditionelle Flugverkehrsmanagementsystem (ATM) weiterhin von Fluglotsen überwacht wird. Allerdings ist die Kapazität für Drohneneinsätze aufgrund der Belastung durch die Funkkommunikation oft begrenzt.

U-Space ist definiert als eine Reihe von spezifischen Diensten und Verfahren, die einen sicheren und effizienten Zugang zum Luftraum gewährleisten sollen. Sie setzt auf einen hohen Grad an Digitalisierung und Automatisierung. Innerhalb des ausgewiesenen U-Space-Luftraums werden vier Pflichtdienste angeboten, um einen sicheren und effizienten Betrieb zu gewährleisten:

  • Network Identification Service (Netzidentifizierungsdienst) Dieser Dienst stellt die Identität des Betriebs im U-Space-Luftraum fest. Außerdem sind der Standort und die Flugbahn der Drohne während des Einsatzes zu Überwachungs- und Verwaltungszwecken sichtbar.
  • Geowissenschaftsdienst Mit dem Geowissenschaftsdienst ist die Drohne stets über ihre Einsatzumgebung informiert. Beispiele hierfür sind Luftraumbeschränkungen (z. B. Flugverbotszonen) oder zeitliche Beschränkungen aufgrund des sonstigen Verkehrs.
  • Fluggenehmigungsdienst Vor jedem Flug stellt der Fluggenehmigungsdienst sicher, dass die geplante Flugbahn frei von Konflikten ist. Sie wird auch als strategische Dekonfizierung bezeichnet.
  • Verkehrsinformationsdienst Während des Fluges muss im U-Space-Luftraum ein Verkehrsinformationsdienst bereitgestellt werden. Wenn sich andere Flugzeuge in der Nähe befinden, muss der Verkehrsinformationsdienst den Betreiber warnen.

Diese Dienstleistungen werden vom U-Space Service Provider erbracht, einem speziellen Unternehmen, das zertifiziert und zugelassen ist. Doch bevor U-Space genutzt werden kann, muss der Luftraum dafür ausgewiesen werden.

Nicht nur für die Sicherheit

Angesichts der zunehmenden Zahl von Drohnen in immer komplexeren Situationen und Einsätzen ist die Sicherheit ein wichtiger Grund für die Einrichtung von U-Space. In den kommenden Jahren wird der Einsatz von Drohnen außerhalb der Sichtweite eines Piloten (BVLOS) zunehmen, ebenso wie die Größe und das Gewicht der Drohnen selbst. Damit steigt auch das Risiko der Integration von Drohnen in den bestehenden Luftraum ohne die Einführung eines neuen Verkehrsmanagementkonzepts. Dieses Risiko ist besonders groß in komplexen Umgebungen wie Flughäfen und Hubschrauberlandeplätzen oder bevölkerten Städten.

Die Gründe für die Einrichtung von U-Space sind jedoch nicht auf die Sicherheit beschränkt. Auch Umwelt-, Sicherheits-, Datenschutz- oder wirtschaftliche Faktoren können die Schaffung eines kontrollierten Luftraums für den Drohnenbetrieb erforderlich machen. Aus Umweltgesichtspunkten kann die Begrenzung der Verkehrsdichte ein Grund sein, während Flüge über sensible Gebiete aus Sicherheitsgründen eingeschränkt werden können.

Berücksichtigung aller Interessengruppen

Für die Aktivierung von U-Space müssen die Behörden jedoch ein strenges Verfahren durchlaufen, das als “Koordinierungsmechanismus” bekannt ist. Dieser Mechanismus umfasst die Durchführung einer Luftraum-Risikobewertung, bei der verschiedene Datenquellen und Informationen der Beteiligten berücksichtigt werden. Da die Gründe für die Einrichtung von U-Space sehr unterschiedlich sein können und mehrere Faktoren eine Rolle spielen können, werden bei der Einrichtung von U-Space die Beiträge aller Beteiligten berücksichtigt. Durch die Einbeziehung von Akteuren aus der Luftfahrt und anderen Bereichen können Daten gesammelt werden, um den U-Space-Luftraum so effizient wie möglich zu gestalten.

Dieser Prozess im Rahmen des Koordinierungsmechanismus sollte in einer Entscheidung über die Einführung von U-Space gipfeln, d. h. in einem “grünen” oder “roten” Licht. Daher ist eine gute Vorbereitung unerlässlich.

Wie AirHub bei diesem Prozess helfen kann

Mit betrieblicher und rechtlicher Expertise und Erfahrung in der bemannten und unbemannten Luftfahrt kann AirHub Zivilluftfahrtbehörden (CAAs), Flugsicherungsdienstleistern (ANSPs) und lokalen Regierungen bei der Einrichtung von U-Space helfen. AirHub kann Sie beraten, ob U-Space eine Lösung für Sicherheits-, Umwelt-, Datenschutz- oder wirtschaftliche Belange sein könnte. Bei AirHub haben wir auch einen Arbeitsablauf eingerichtet, um Luftraum-Risikobewertungen auf konforme und effiziente Weise durchzuführen. Auf diese Weise können wir CAAs, ANSPs und lokale Regierungen im Prozess der Einrichtung von U-Space unterstützen. Ein Beispiel dafür, wie AirHub bei einem großen europäischen Projekt geholfen hat, finden Sie unter AMU-LED-Fall .

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